„Grüß Gott - Ja, wenn du ihn siehst“, so lautet in vielen Fällen die Antwort auf meinen Gruß, den ich zugegebener Maßen besonders deshalb liebe, weil er Reaktionen hervorruft.

„Ja, wenn du ihn siehst.“ Was schwingt da alles mit? Ironie, Skepsis oder auch freundlicher Unglaube. Gott soll mich grüßen, oder ich ihn?Dass Gott grüßt, hat gute Tradition in der Bibel. Zum Beispiel heute, am 25. März. Da feiern wir Christen die Verkündigung des Herrn, also anders gesagt, wir feiern, dass Gott Mensch werden soll. Es beginnt alles mit einem Gruß. Der Engel Gabriel wird zu einer jungen Frau namens Maria gesandt. Er trat bei ihr ein und grüßte. Zwar nicht gerade mit „Grüß Gott“, aber doch mit einer entsprechender Formel:  Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Und bei Maria ruft dieser Gruß eine Reaktion hervor. Sie erschrak über die Anrede und dachte darüber nach, was dieser Gruß zu bedeuten habe.

Wir kennen alle das Ergebnis. Maria sagt Ja zur Verkündigung, die Mutter Jesu zu werden.
Direkt im Anschluss wird in der Bibel wieder von einer Begegnung erzählt, in welcher eine Begrüßung weitere Reaktionen hervorruft. Elisabeth, Marias Verwandte, spürt beim Gruß von Maria, wie sich ihr ungeborenes Kind in ihrem Leib bemerkbar macht. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Das Kind, Johannes, vom Geist erfüllt, nimmt schon seine Aufgabe als Vorläufer wahr: Er erkennt den Messias und deutet auf ihn hin. Somit wird Elisabeth die Erste, die einen Lobpreis auf Maria und ihr Kind anstimmt.
Das Grüßen steht also für Beziehung, Veränderung und Göttliches.
Was denken Sie, welche Reaktionen kann Ihr Gruß bewirken? Ob ein „Hallo“, ein „guten Tag“, oder auch „Grüß Gott“; das Gegenüber wird sich angesprochen fühlen, wird gesehen und wahrgenommen werden. Gerade in diesen schwierigen Tagen, tut es sicher gut, solch einen Gruß zu erhalten und ihn weiterzugeben. Die Reaktion werden Sie spüren.

In diesem Sinn: Ihnen allen ein herzliches Grüß Gott und bleiben Sie in Gottes Segen.

Barbara Pott, Gemeindeleiterin in St. Johannes

P.S.: Gerade habe ich einen Brief erhalten, der noch rechtzeitig zum heutigen Festtag angekommen ist.