Liebe Schwestern und Brüder!

Zuversicht
In Bochum-Linden gab es im letzten Jahr zum ersten Mal ökumenische Fastenandachten, jeden Freitag in der Fastenzeit, vorbereitetet von jemanden entweder aus der evangelischen, freikirchlichen oder katholischen Gemeinde. Eigentlich waren diese Andachten auch wieder für dieses Jahr geplant. Thematisch sollten sie angelehnt sein an die diesjährige Fastenaktion der evangelischen Kirche: Zuversicht – 7 Wochen ohne Pessimismus!

In Zeiten der Corona-Pandemie scheint dieses Motto fast grotesk, man fragt sich, wie soll es derzeit gelingen, sieben Wochen ohne Pessimismus zu leben?! Aber gerade jetzt scheint mir dieses Motto der ev. Kirche so aktuell wie nie!Klar kann man derzeit schnell in Pessimismus verfallen, bei den Horrormeldungen in den Nachrichten vor allem aus Italien und Spanien oder bei der seltsamen Atmosphäre beim Einkaufen oder Spazierengehen. Im Mittelpunkt dieser Fastenwoche steht bei der Aktion der Bibelvers: „Bittet, so wird euch gegeben. … Klopfet an, so wird euch aufgetan!“ (Mt 7,7)

Wie häufig scheuen wir uns, jemand anderen um Hilfe zu bitten?Wie oft meinen wir bei Problemen, da alleine durch zu müssen.Denn jemanden um Hilfe zu bitten, kann einem schnell als Schwäche ausgelegt werden – so meinen wir zumindest. Vielleicht ist in dieser Hinsicht die momentane Situation auch eine Chance. Indem wir merken, dass man bestimmte Dinge nicht alleine schaffen kann; dass es keine Schwäche ist, andere um Hilfe zu bitten. Und kennen Sie das auch, dass, wenn man sich erst einmal getraut hat, andere um Hilfe zu bitten, man mehr bekommt, als man im Vorfeld gedacht hätte.Und dies erlebe ich im Moment immer wieder, dass Menschen ganz selbstlos helfen und ihre Herzen öffnen. Da wird die alte Nähmaschine hervorgeholt, um Schutzmasken zu nähen. Da wird die ältere Nachbarin gefragt, ob man für sie einkaufen gehen soll. Da schickt man Nachrichten an Menschen, die einsam sind oder sich isoliert fühlen. Da wird sich auf ganz kreative Weise bei denen bedankt, die im Moment besondere Arbeit leisten, ob als Verkäufer im Supermarkt oder als Krankenpflegerin auf der Intensivstation. Und diese Aufzählung ließe sich noch unendlich fortführen …Das alles stimmt mich zuversichtlich!
Also doch: Zuversicht – 7 Wochen ohne Pessimismus?!

Bleiben Sie zuversichtlich und behütet unter dem Segen Gottes!

Daniela Drost, Gemeinde Liebfrauen