Impuls Nr. 176
Eine Tür schließt sich, die Liebe bleibt
Eine Kirche zu schließen, bedeutet Abschied zu nehmen. Von einem vertrauten Ort, von Erinnerungen, von Begegnungen, von Gebeten und von vielen besonderen Momenten. Das macht traurig und so manche Frage wird aufgeworfen.
Aber eine geschlossene Kirchentür ist nicht unbedingt nur ein Ende, sondern auch eine Einladung, neu hinzuschauen. Das fällt zu Beginn sicherlich sehr schwer, denn der Abschied steht zunächst im Mittelpunkt.
Gott ist nicht an Mauern gebunden. Er wohnt nicht allein in Kirchengebäuden, sondern mitten unter den Menschen: in unserer Gemeinschaft, in einem tröstenden Wort, in einem offenen Herzen, in der helfenden Hand und überall dort, wo Menschen füreinander da sind.
Was in einer Kirche gewachsen ist, verschwindet nicht einfach, nur weil die Tür abgeschlossen bleibt. Der Glaube, die Hoffnung und die Liebe, die hier gelebt wurden, tragen wir weiter. Jede Kerze, die hier brannte, jedes Gebet, das gesprochen wurde, jede Träne und jedes Lachen haben ihre Spuren hinterlassen.
So dürfen wir dankbar zurückblicken und zugleich vertrauensvoll nach vorne schauen. Vielleicht führt Gott uns auf neue Wege, an andere Orte und zu neuen Begegnungen.
Möge die Erinnerung an diesen Ort uns Kraft geben.
Und möge die Gewissheit bleiben:
Wo Menschen in Liebe verbunden sind, da ist Gott mitten unter ihnen.
Nicht jede Tür, die sich schließt, ist das Ende. Manchmal öffnet sich dahinter ein neuer Weg.
Florian Rommert
Gemeindereferent in der Pfarrei St. Franziskus