Impuls Nr. 82

Hejo, spann den Wagen an, denn der Wind treibt Regen übers Land…

Endlich, sagt mir die Vernunft, es ist natürlich alles viel zu trocken, der Rasen spricht Bände, die Bäume leiden, bis die Flüsse wieder normale Pegel erreichen, wird es dauern…

Angesichts dieser Kopf-Einsicht erstaune ich über mich selbst, wie schnell ich es  trotzdem wieder leid bin, in den Regen raus zu müssen, nass zu werden, bang auf die Wetterprognosen fürs Wochenende zu schauen, wo wir doch pilgern und die Pfadfinder von St. Johannes ihr Jubiläum (draußen) feiern wollen.

Der Kanon als Ganzes relativiert meinen leichten Missmut: Was den Kopf angeht, indem im zweiten Teil des Kanons die gold´nen Garben ins Spiel kommen: Gottseidank ist eine Bilanz selten nur einseitig: nur Trockenheit, nur Regen. Die Verbindung von allem führt zum guten Ende, und die gold´nen Garben sind das, was wir in Händen halten dürfen, wenn sich der Regen dann doch wieder verzogen hat.

Meine Emotionen lenkt das Lied übrigens auch auf andere Bahnen: durch das muntere und energiegeladene der Melodie und durch die Bilder, die in meinem Kopf entstehen: Wenn es denn nicht trübes Einheitsgrau ist, was den Regen begleitet, sondern der Wind sich wandelnde Wolkenformationen übers Land treibt, genieße ich auch nasses Wetter, selbst wenn ich mir nicht über den Kopf klar mache, dass wir den Regen brauchen.

 

Ich wünsche Ihnen einen guten Mix von (Wetter-)Erfahrungen!

Thomas Köster, Pfarrer

 

Pfarrei St. Franziskus